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Die Sprachentwicklung unserer Kinder
Ein Artikel von Sebastian Schmidt (staatlich anerkannter Logopäde)

Eltern sind häufig unsicher, ob ihr Kind sprachlich altersgerecht entwickelt ist und ob der Wortschatz, die Aussprache und der Satzbau der Norm entsprechen.
In diesem Artikel möchte ich den Eltern einige Hinweise geben, Tipps und Tricks verraten wie sie Ihr Kind in seiner rasanten Sprachentwicklung unterstützen und fördern können.

Unter Logopädie versteht man die Therapie von Sprach-, Sprech- und Hörstörungen von Kindern aber auch bei Erwachsenen. Die Therapie beinhaltet auf der einen Seite Übungen im Sinne eines Sprachunterrichts, auf der anderen Seite eine medizinische Komponente, bei der die genaue Stellung der Sprachorgane (Zunge, Zähne, Wange, Kiefer und Gaumensegel) geübt wird, bestimmte Laute richtig auszusprechen. Ziel ist es Lautbildungsfehler zu vermeiden oder zu beseitigen.
Die neu erlernten Laute werden dann auf Silben-, Wort- und Satzebene trainiert, bis das Kind den neu erlernten Laut in die spontane Sprache übernimmt.
Auf dem Weg zur Sprache gibt es für unsere Kinder zahlreiche Hindernisse und Stolpersteine.

Bei einigen Kindern können Verzögerungen oder Störungen der Sprachentwicklung auftreten, aus verschiedenen Gründen. Einige möchte ich hier aufzählen:

Der Redefluss eines Kindes kann holprig oder stockend sein, da das Kind noch über keinen ausreichenden Wortschatz verfügt und häufig nach Worten sucht um sich auszudrücken.
Trotz aller Bemühungen der Eltern kann es sein, das ein Kind ähnliche Worte oder Laute nicht voneinander unterscheiden kann, weil sie für das Kind gleich klingen oder durch alltägliche Störgeräusche (Musik, Gespräche, Verkehr, Fernseher) überlagert werden. Dem Kind fällt es schwer, die wichtigsten Informationen herauszufiltern. Dabei handelt es sich um die heute häufig auftretende auditive Wahrnehmung- und Verarbeitungsstörung (AVWS), die unbedingt vor Schuleintritt logopädisch behandelt werden sollte, da diese sonst im Schriftspracherwerb zu einer Lese- Rechtschreibschwäche führen kann.
Am häufigsten jedoch treten Fehler in der Aussprache auf. Möglich ist, dass das Mädchen oder der Junge schwere und späte Laute wie K, R, CH durch einfache und frühe Laute wie B, M, T, L ersetzt. Auch werden komplexe Zischlaute wie SCH und CH einfach durch S ersetzt oder das S sogar zwischen den Zähnen gesprochen (so genanntes Lispeln).
Bei einigen Kindern fällt eine verzögerte Sprachentwicklung (SEV) auf, deren Ursachen vielseitig sein können, z.B. Hörstörungen, Wahrnehmungstörungen, Entwicklungsstörungen oder Mehrsprachigkeit, die jedoch nicht immer mit einer Krankheit gleichzusetzen ist. Das verzögerte Einsetzen der Sprache muss noch keine Sprachentwicklungsverzögerung sein. Einige Kinder mit einem verspäteten Sprechbeginn können diese Verzögerung später wieder aufholen. Die Störung äußert sich durch reduzierten Wortschatz, Fehler im Satzbau, Ersetzen oder Weglassen von Lauten.
Im Rahmen einer Sprachentwicklungsverzögerung kann es zum so genannten Entwicklungsstottern kommen, d.h. aufgrund eines ungenügenden Wortschatz oder Ausdrucksvermögens wiederholt das Kind Artikel, Wörter oder Wortteile, da ihm der Begriff, den es verwenden möchte fehlt oder nicht einfällt, z.B. der, der, der …. Apfel, oder das Pi, Pi, Pi….pielzeug. Ein Störungsbewusstsein des Kindes ist nicht vorhanden. Entwickelt sich jedoch eine Angst vor dem Sprechen und es kommen Blockierungen und Dehnungen von Lauten und Wörtern hinzu d.h. krampfartiges Sprechen, dann muss das Stottern vorm Logopäden diagnostiziert werden, da es nicht ohne Behandlung der Ursache und Symptome verschwindet.

Normale Sprachentwicklung:


Die normale Sprachentwicklung beginnt mit der ersten und zweiten Lallperiode (ca.2. und ca.8. Lebensmonat), wobei das Kind einfache Laute und Silbenketten äußert (ere, ere, mam, mam, bap, bap, da, da usw.).

Mit 12 Monaten beginnt das Kind eigene Wortschöpfungen zu äußern die einen Bedeutungsbezug haben (meist Wünsche wie dei, dei = schlafen oder wau, wau = Hund).

Mit 2 Jahren sollte das Kind 50 Wörter der Erwachsenensprache kennen und sprechen, 2-3 Wortsätze werden verwendet, um sich auszudrücken. Mit 3 Jahren spricht das Kind schon 1200 Worte, stellt Fragen (Warum?) und gebraucht das Wort „Ich“. Es lernt zunehmend Farben zu erkennen und zu benennen, es führt Selbstgespräche mit Puppen und Tieren und erkennt einfache Handlungen auf Bildern. 

Mit 4-5 Jahren sollte das Lautinventar komplett sein, das Kind spricht klare Sätze und Nebensätze. Es versteht Handlungen, die es nicht unmittelbar sieht.

Mit 6 Jahren kann das Kind Äußerungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verstehen und selbst formulieren. Sprache wird vom Kind als Kommunikationsmittel umfassend und grammatikalisch richtig gebraucht.

Elternhilfe/ Elterntipps 


Eltern erkennen eine Sprachstörung oder Verzögerung am Besten im Vergleich mit gleichaltrigen Kindern (ev. Kindergartengruppe) oder bemerken, dass das Kind bestimmte Worte nicht richtig ausspricht oder Sätze unverständlich verändert.

Hilfe zur Selbsthilfe:

  Eltern können ihre Handlungen sprachlich begleiten, Fragen ernsthaft beantworten und unbedingt dem Blickkontakt waren und auf Augenhöhe sprechen. Gehen Sie auf die Interessen des Kindes ein, wiederholen Sie unkorrekt gesprochene Worte und Sätze richtig und wertungsfrei. Fragen Sie nach: „Ich habe dich eben nicht richtig verstehen können. Was meinst du? Kind: „Die Tazte!“ Sie: „Ach die „Katze“. Ja, die seh ich auch! 
Sprechen Sie häufig mit dem Kind, geben Sie Themen vor. Lenken Sie das Gespräch. Loben Sie das Kind, unterbrechen Sie das Gespräch nicht für jeden sprachlichen Fehler. Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Zeitdruck. Nehmen Sie Spiele zur Hand und lernen Sie spielerisch mit Ihrem Kind. Begeben Sie sich auf die Ebene und in die Welt Ihres Kindes. Sehen Sie die Dinge mit Kinderaugen!

Wie bekommt man logopädische Behandlungen?


Eltern sollten die Möglichkeit der logopädischen Behandlung nutzen, wenn Sie sprachliche Auffälligkeiten bei Ihrem Kind feststellen und den Kinderarzt darauf ansprechen. Dieser kann dann eine ärztliche Verordnung für Sprachtherapie ausstellen und damit einer Behandlung in der Logopädischen Praxis Sebastian Schmidt zustimmen.
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